Fleisch

BARF - Biologisch artgerechtes Rohfutter einfach erklärt

Fleisch beim BARFen

Fleisch sowie Knochen/Knorpel bilden 80% des gesamten Futters, daher ist es ein besonders wichtiges Thema. Ich kaufe mein Fleisch gefroren und entweder gewolft oder geschnitten. Ich taue dann immer soviel auf wie ich für ca. 3 Tage benötige.

Die tägliche Futterration sollte zu ca. 80% aus rohem Fleisch bestehen.
Diese 80% unterteilt man wie folgt:
  • Muskelfleisch 50%
  • Pansen/Blättermagen 20%
  • Innereien 15%
  • Knochen/Knorpel 15%

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BARF-Menge berechnen (Beispiel):

Fütterung für einen 20 kg schweren und mäßig aktiven Hund:

die tägliche Menge an benötigtem Futter beträgt 20.000 (Gewicht des Hundes in g) x 0,02 = 400 g

Der Anteil an Gemüse&Obst beträgt 20% also 80 g dazu hier mehr: Gemüse&Obst

Der Anteil an Fleisch (80%) beträgt demnach 320 g :
  • 160 g Muskelfleisch
  • 64 g Pansen/Blättermagen
  • 48 g Innereien
  • 48 g Knochen/Knorpel

Keine Angst – einfach auf- oder  abrunden! Zur Vereinfachung habe ich euch einen Barf-Rechner erstellt.

Als passende Waage für den täglichen Gebrauch kann ich diese empfehlen*:

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Anhand dieser Berechnung könnt ihr den Futterbedarf z.B.: pro Woche (x7)  oder Monat (x30) berechnen und so euren Einkauf planen – je nachdem wie viel Platz ihr in eurem Tiefkühler habt 😉 Es empfiehlt sich immer eine größere Menge zu bestellen um Versandkosten zu sparen.

Muskelfleisch könnt ihr z.B.: vom Pferd, Rind, Huhn, Lamm, Wild etc. füttern je nachdem was euer Hund gut verträgt und gerne mag. Ihr müsst nicht jede Sorte füttern aber ein bisschen Abwechslung (3 Sorten) ist immer gut. Nur Schwein würde ich nicht roh füttern, da es mit dem Aujetskivirus infiziert sein kann, was zwar sehr unwahrscheinlich ist, aber eine Infektion mit diesem Virus verläuft für Hunde in der Regel tödlich.

Eine Liste der giftigen Lebensmittel für Hunde habe ich euch hier zusammengestellt: Was nicht in den Futternapf gehört

Zu Muskelfleisch zählt:
  • Kronfleisch (vom Zwerchfell, Bindegewebshaltig und durchzogen)
  • Kopffleisch (Fleisch vom Kopf, eher zäh und gut für die Kaumuskeln)
  • Zunge
  • reines Muskelfleisch usw.

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Pansen/Blättermagen:
  • Beides sind Kuhmägen (Kühe haben ja 5 Mägen) die die Aufgabe des Aufschlusses von pflanzlichen Bestandteilen haben. Eigentlich gehören sie auch zu den Innereiern, sie sollten aber einen größeren Teil des Futters ausmachen und werden deshalb separat berechnet. Der Aufschluss der pflanzlichen Nahrung wird durch Bakterien bewerkstelligt die im grünen Pansen noch enthalten sind, im gewaschenen weißen Pansen aber nicht. Unbedingt empfehle ich euch grünen Pansen, da gute Bakterien und vorverdautes Grünzeug enthalten ist. Die guten Bakterien tragen in hohen Maße zur einer gesunden Verdauung bei. Gerade ein Hund der Verdauungsprobleme hat (Blähungen bei Bulldoggen!), eine Magen – Darmerkrankung hinter sich hat oder Antibiotika bekommen hat, wird von der Pansenfütterung profitieren. Mehr Tipps zu Verdauungsproblemen gibts übrigens hier: Verdauungsprobleme beim Hund
Innereien:
  • Innereien machen einen relativ geringen Anteil des Futters aus, da sie im Übermaß schnell zu Durchfall führen. Dennoch sind sie unheimlich gute Vitaminlieferanten. Dazu gehören Leber, Milz, Niere, Lunge und Herz. Ich verwende gerne einen fertigen Mix dieser Innereien.
Knochen/Knorpel:

Hier kann man fleischige Knochen füttern oder knorplige Bestandteile wie Hühnerhälse. Ich füttere den Knochen/Knorpel Anteil am Morgen, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass danach recht viel Magensäure produziert wird, welche mein Hund am Morgen dann erbrochen hat.

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Wenn euer Hund, so wie meiner, dazu neigt Knochen in großen Stücken herunterzuwürgen, würde ich dazu raten, lieber Knochenmehl ins Futter zu geben. Da besteht keine Erstickungsgefahr und durch die hohe Bioverfügbarkeit wird das Calcium gut aufgenommen.

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Ebenfalls gerne füttere ich gewolftes Fleisch, welches schon zerkleinerte Knochen enthält. Falls euch jemand mal mit der Befürchtung rohe Knochen sind gefährlich und können den Darm verletzen verunsichert hat, kann ich euch beruhigen: rohe Knochen splittern nicht. Das tun nur gekochte Knochen – deshalb diese NIE füttern! Hunde können übrigens mühelos Knochen zerbeißen und auch verdauen. Ihre Magensäure ist extrem sauer und ihre Produktion wird durch rohes Fleisch angekurbelt. Deshalb immer Knochen und Fleisch gemeinsam verfüttern, so funktioniert die Verdauung optimal 🙂

Auch sehr gut eignet sich die Fütterung von rohem Bio – Fisch – da am besten komplett mit Gräten und Innereien 😉 oder das Füttern von Kaninchenkopf (gehäutet).

Blut:

Gehört zu einer kompletten Barfmahlzeiten dazu. Der Wolf nimmt über das erlegte Beutetier einen Anteil an Blut mit auf. Da gekauftes Fleisch in der Regel kaum noch Blut enthält, ist es sinnvoll dieses zusätzlich zu füttern. Beispielsweise kann man Rinderblut kaufen.  Für Hunde bis 15 kg empfiehlt sich bis 150 ml pro Woche, bei bis zu 30 kg bis zu 300 ml und ab 30 kg bis zu 900 ml wöchentlich zu füttern. Ich würde dabei langsam anfangen und testen ob der Hund es mag und gut verträgt. 150 ml würde ich dabei auf 3x pro Woche je 50 ml aufteilen.

Tipp: Blut gerinnt nach dem Auftauen relativ schnell und bekommt dann eine puddingartige Konsistenz. Ich fülle das Blut daher nach dem Auftauen oder frisch in einen Eiswürfel- Gefrierbeutel – so kann es einfach portioniert werden.

Ich füttere Ami 2x am Tag und teile die Futterration so auf:
  • 2/3 am Morgen nach der Gassirunde
  • 1/3 am Abend nach der Gassirunde

Nach der Gassirunde füttere ich deshalb, weil der Wolf ja auch erst auf die Jagd gehen muss und dann frisst. Daher finde ich es einfach natürlicher, wenn der Hund vor dem Fressen Bewegung hat und danach in Ruhe verdauen kann.

Zusätzliche tierische Produkte:
  • Eier: ich gebe ca. 1 rohes Ei pro Woche, enthält Vitamin D und Eiweiß. Unbedingt das Ei mit Dotter verfüttern, da das Eiweiß Avidin enthält welches Biotin zerstört was durch den Dotter ausgeglichen wird.
  • Milchprodukte: Topfen, Joghurt, Käse, Hüttenkäse – besonders zwischendurch z.B: fülle ich Topfen in den Kong und lege ihn ins Tiefkühlfach um Hundeeis zu machen und den Hund zu beschäftigen 🙂
  • Zwischendurch zum Knabbern: Hühnerfüße und -hälse, Rinderlunge, Trockenfisch, getrocknete Lammfüße, Rinderohren, Schweineohren (eher fettreich, kann zu Durchfall führen), Kaninchenohren mit Fell,…

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Fleisch auftauen - so geht's schnell

In der Regel ist das Fleisch gefroren, wenn ihr es kauft. Das ist auch gut so, denn etwaige Wurmeier werden abgetötet wenn das Fleisch mindestens 2 Wochen gefroren ist. Ich kaufe das Fleisch immer in solchen Portionen, dass ich nach dem Auftauen ca. 2 -3 Tage damit auskomme. In einer Frischhaltebox hält sich das Fleisch recht lange – sollte es trotzdem etwas angegangen sein, macht das dem Hund in der Regel nichts aus. Wenn ihr es nun auftaut, gibt es einen einfachen Trick: ich lege das verpackte Fleisch in eine Schale mit kalten Wasser und so taut das Fleisch relativ schnell auf (500 g in ca. einer Stunde).

Küchenhygiene

Beim Hantieren mit rohem Fleisch sollte eine gute Küchenhygiene groß geschrieben werden. Wenn möglich sollten alle Utensilien, welche verwendet wurden, in den Geschirrspüler. Ich habe beispielsweise eine extra Gabel und ein Messer, welches ich nur für Amis Futter verwende. Dieses lege ich, nach Abspülen mit heißem Wasser, auf ein Stück Küchenrolle und gebe es nach Bedarf mit in den Geschirrspüler. Das Fleisch bewahre ich in luftdichten Frischhalteboxen im Kühlschrank auf. Diese Boxen verwende ich nicht für „Menschenfutter“. Ich habe jede Box beschriftet und verwende insgesamt 4 (Muskelfleisch 500 ml Box, Pansen/Blättermagen 500 ml Box, Innereien 250 ml Box, Gemüse&Obst 250 ml). Ganz praktisch und ordentlich wird die Beschriftung mit einem Beschriftungsgerät*:

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Gute luftdichte Frischhalteboxen im Set findet ihr z.B. bei Amazon*:

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Der Futterplatz sollte regelmäßig mit Spülmittel und heißem Wasser gereinigt werden. Alternativ kann man auch einen ungiftigen Reiniger wie den casaCare BioClean* von cdVet verwenden. Es handelt sich um einen biologisch – abbaubaren Allzweckreiniger. Ich verwende außerdem den Yummynator, eine Kombination von Napf und Matte. Durch das Festsaugen am Boden wird verhindert, dass der Hund mit dem fast leeren Napf durch die Wohnung wandert 🙂 Ich finde ihn sehr praktisch da er, mitsamt Matte, in der Spülmaschine gereinigt werden kann.

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Eine gute Hygiene ist wichtig, damit wir beispielsweise keine Salmonellen von rohem Hühnerfleisch auf unser Essen übertragen. Aber keine Sorge, beim Hund machen diese in der Regel keine Probleme. Durch die extrem saure Magensäure, wird der Hauptteil der Bakterien abgetötet und durch den kurzen Darm werden Überlebende sehr schnell ausgeschieden. Eine Ansteckung von Hunden auf Menschen ist übrigens sehr unwahrscheinlich.

 

Alternativen zu Frischfleisch z.B. während des Urlaubs findet ihr hier

 

*Affiliate Links: wenn ihr über diese Links etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision als Lohn für meine Arbeit. Für euch ändert sich der Preis dadurch nicht. Mehr dazu siehe Datenschutz

Die wunderschönen Zeichnungen stammen von Mara – sie zeichnet ganz bezaubernd und stellt einige Grafiksets kostenlos zur Verfügung 1f642 Fleisch mehr dazu hier auf ihrem Blog: Aram und Abra

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